Sandhausen Agenda 21 Kinder Jugend Vereine Soziales
Abteilung der Lokale Agenda21 in Sandhausen / Baden
Inhalt
Impressum
Der Arbeitskreis KJVS selbst
- Beschreibung
- Mitarbeiter und ihre Hauptanliegen
Okt 2001 -Der Auftakt in Sandhausen
- Das Wesen der lokalen Agenda
- Situation in Sandhausen
- Pläne in Sandhausen
- Ideen
- Moral
Apr. 2002 - Besprechung des Arbeitskreises KJVS
Apr. 2002 - 1. Abschlusserklärung an den Gemeinderat
Juni 2002 - Lob auf der Gemeinderatssitzung
Mai 2003 - Sandhäuser Jugendversammlung - die Jugend persönlich formulierte ihre
Probleme
- Sachlage
- Was Bürgermeister Erich Bertsch bewegt
- Defizite beim Schwimmunterricht in Sandhausen
- Mangelhafte Skateboardbahn ("Halfpipe") und fehlende Rasenflächen in der Gemeinde
- Schulisches
- Der Traum vom Fetenplatz
- Sandhäuser Jugendversammlung auch in Zukunft
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Arbeitsgruppe 'Kinder Jugend Vereine Soziales' (KJVS) selbst
Beschreibung
Der Arbeitskreis
- gehört zur Bürgerinitiative im Rahmen der lokalen Agenda 21
- die Mitglieder arebeiten ehrenamtlich, ohne Aufwandsentschädigung
- erhält keine bindenden Vorgaben
- ist von keiner Institution abhängig
- heißt auch Arbeitskreis I, Arbeitskreis 1
- ist Ansprechpartner für alle Sandhäuser, die Probleme oder Anregungen im Bereich Kinder,
Jugendliche, Vereine, Soziales haben, wenn die Probleme (vermutlich) von allgemeinem
Interesse sind.
Mitarbeiter und ihre Hauptanliegen
Hr. Frank (Behinderte), Horst Hofmann (Verbindung Schule-Gesellschaft), Hr. u. Fr.
Heilig (Freizeitaktivitäten f. Jugendliche, Fetenplatz, Drogen-, Gesundheits-, Kriminalvorsorge,
Aufklärung 'Schwangerschaft bei Jugendlichen'), Sally Finger (Elternfragen, Freizeit f. Kinder
u. Jugendliche), Andrea Sandel (Elternfragen, Freizeitmöglichkeiten, Vereine,
Jugendgemeinderat), Fr. Scheurich-Löchelt (Freizeitmöglichkeiten, öffentliche Treffpunkte
aufwerten), Joachim Klyscz (Jugend, Vereine), Thomas Hartmann (Jugendgemeinderat,
universell, Pressevertreter des Arbeitskreises), Michael Schnopp (Jugendzentrum Up2Date,
offene Jugendarbeit inkl. Streetwork und Schulsozialarbeit, Haus der Generationen,
Jugendversammlung, Jugendgemeinderat, pädagogisch betreutes Bistro am Schulzentrum,
Kinder- Jugendarbeitskreis), Angelika Vollenweider (Elternfragen), Fr. Wild (Spielplätze
verschönern, Schulklassen besuchen Altersheim, Verständigung zw. Jung und Alt), Herr Shea
(Friedrich-Ebert-Gymnasium, Bibliotheksangebote, Generationenhaus, öffentliche Plätze
attraktivieren, 'Drehscheibe', Schaukästen), Hr. Jongebloedt
Okt. 2001 - Der Auftakt in Sandhausen
Das Wesen der lokalen Agenda21
Das Wort Agenda kommt aus dem Lateinischen und heißt "was zu tun ist".
Eine Kommunalpolitik mit ökologisch und ökonomisch und sozial verträglicher
Wirkung für Mensch und Umwelt soll nach dem Leitbild der Lokalen Agenda 21
(A21) auch in Sandhausen bestehen. Themenkomplexe wie etwa Mobilität, Energie,
Klima, auch Soziales sollte Gegenstand von Agenda Arbeitsgruppen sein. Eine
drittes von der Verwaltung vorgeschlagenes Arbeitsfeld könnte sich Kindern,
Jugendlichen und Sportvereinen annehmen. Bürgemeister Bertsch lud die
Bürgerschaft zur Auftaktveranstaltung der Lokalen A21 ein. Im Restaurant der
Festhalle konnten also von jedem Interessierten weitere Themenbereiche
vorgeschlagen und über die Möglichkeiten einer Arebitsgruppeneinteilung und
deren Kompetenzen gesprochen werden.
50 Bürger, darunter im Wesentlichen Gemeinderäte und Mitglieder von
Vereinsvorstandschaften beteiligten sich recht kritisch an der
Auftaktveranstaltung. Vom Landesamt für Umweltschutz war Herr Oelsner, vom
Bauamt Sandhausen Wilfried Hager und Ortsbaumeister Siegbert Kraft als
Ansprechpartner im Podium.
Situation in Sandhausen
"Agenda 21 heißt nicht, Umweltschutz muss neu gemacht werden. Auch in
Sandhausen entspricht schon vieles bisher Gelaufene diesem Bild", so Bürgermeister Erich
Bertsch. Man stünde am Beginn des lokalen Agenda-Prozesses und ie Kommunalverwaltungen
seien es, die im wesentlichen Infrastruktur planen, errichten und verwalten.
Damit wären diese mit einer entscheidenden Rolle im Reglement der A21, nach dem
Leitbild des Umweltgipfels in Rio verankert. Kraft brachte Beispiele für schon
viel frühere Verwaltungsakte, die sich heute mit dem Geist der A21
identifizieren. Bei 50 Prozent Wachstum der Einwohnerzahl habe man schon seit
1970 flächenschonend, verbrauchsschonend und schadstoffmindernd geplant und
gebaut. 1986 ließ die Gemeinde ein umfassendes Verkehrsgutachten erstellen, das
1996 fortgeführt wurde. Zum Beispiel die Verkehrszählung war Basis für den
Einstieg in die Verkehrsberuhigung. Nach langwierigen Verhandlungen gehörte
Sandhausen zu den ersten Gemeinden im Rhein-Neckar- Kreis mit flächendeckender
30-Zone. Straßenbegleitgrün und damit eine viel bessere Optik folgte.
Ausweisungen von Schul- und Radwegen, Ampelanlagen und mehr dergleichen führten
zur Reduzierung von Unfällen. Die Bauleitplanung erfolgte Flächensparend,
Industriebrache wurde in Wohngebiete umgewandelt, Nahwärmeversorgung und direkte
Regenwasserversickerung in Neubaugebieten angelegt. Für den Einbau von
Lärmschutzfenstern wurden belastete Einwohner mit 50 Prozent bezuschusst.
Sozialer Wohnungsbau, Schaffung von Speilplätzen, Spielstraßen und mehr wurde
stark vorangetrieben. Die Reihe der Beispiele lässt sich noch viel weiter
ausführen.
Pläne in Sandhausen
Es solle durch die A21 nicht verordnet werden, sondern Leitlinien sollten
gegeben werden, hielt Bürgermeister Erich Bertsch bei der Auftaktveranstaltung in Sandhausen
fest. Ein "Zeitziel" empfiehlt er für die Vorstellungen, langfristig solle sie sich auszahlen. Die
Gemeindeverwaltung solle in diesem Sinne Informieren und zur Teilnahme an den Planungen
und Umsetzungen motivieren. In Bezug auf den Umweltschutz äußerte Bertsch:"Das
Leitbild der kommunalen Entwicklung hat dem Umweltschutz auch auf der
Kommunalen ebene eine Neue Dimension gegeben. Punktuelle Ansätze reichen nicht
mehr aus. Wir müssen die verschiedenen Instrumente und Möglichkeiten des
Kommunalen Umweltschutzes vielmehr weiterentwickeln zu einem ganzheitlichen
kommunalen Umweltmanagement."
Es müsse, so Bertsch, am Ende des gemeinsamen Weges der A21 ein politisch
ganzheitliches Aktionsprogramm für die Gemeinde stehen, auf das man sich
einigen könne, das realistisch und finanziell gedeckt ist. 'Ganzheitlich', das
umfasse auch allgemein die Berücksichtigung von Sport- und
Bewegungsmöglichkeiten für alle, die sich keinem Sportverein anschließen wollen.
Gesundheit und Sicherheit sowie Gewerbe und Arbeit wurden als weitere
Themenschwerpunkte in der Auftaktveranstaltungen festgehalten. 'Leben,
Arbeiten, Einkaufen' müssten zumindest die Unterkapitel für den Arbeitsbereich
'Soziales' lauten. Auch das Thema
'Sauberes Sandhausen' wurde speziell
vorgeschlagen. Eine genaueste Bezeichnung der Arbeitsgruppen sei hinfällig, so
wurde klar, da man ohnehin vieles nicht 'unter einen Hut' bekäme und
interdisziplinär planen müsste. Über mögliche Einteilungen in Arbeitsgruppen,
Festlegung der Kompetenzen und Arbeitsabläufe referierte Oelsner auch anhand von
bereits praktizierten Beispielen. Detailliertes wurde bei dieser
Auftaktveranstaltung noch nicht festgelegt. Wer sich für aktive Mitarbeit an der
Sandhäuser A21 begeistern kann, wendet sich an Wilfried Hager im Bauamt der
Gemeindeverwaltung.
Ideen
Zur Umsetzung der lokalen A21 wurden im Sandhäuser Festhallenrestaurant viele
aussichtsreiche Ideen dargelegt. Projekte können über Sponsoren gestützt,
Wettbewerbe können ausgeschrieben werden, um anzuregen. Sogenannte ökologische
oder Umwelt-Einkaufsführer können verteilt werden. Schon ganze Kirchengemeinden
hätten ihre Termine auf 'rein ökologische Zutaten' umgestellt. Mit
Behinderten sind Ortsbegehungen möglich, und - für Sandhausen jedoch nicht ganz
neu - 'Neujahrsgipfel' mit Kindern veranstaltet werden. Neu wäre, dass nach der
eingehenden Diskussion und Beratung zwischen Kindern, Jugendlichen und
Erwachsenen 'Paten' umgehend Begehungen und die projektbezogenen Umsetzungen in
Gruppen stattfinden.
Moral
Der Leitsatz der Lokalen Agenda 21, da waren sich die Beteiligten auf allen Ebenen zumindest
überwiegend einig, sollte heißen: Viele kleine Leute, die an vielen kleinen Orten, viele kleine
Dinge tun, werden das Gesicht der Erde verändern.
Apr. 2002 - Besprechung des Arbeitskreises KJVS
Der Arbeitskreis KJVS traf sich zur Besprechung im Festhallenkeller im Kinder- und
Jugendtreff Up2Date. Konkretes Thema war an diesem Abend unter anderem 'Ein Haus der
Generationen', wo beispeilsweise Jugendliche älteren Mitbürgern Kenntnisse am PC vermitteln
könnten. Diese könnten wiederum Jugendlichen bei Hausaufgaben oder Bewerbungen helfen
oder spezielle handwerkliche Kenntnisse vermitteln. Termine für beide Gruppen
gemeinsam könnten geschaffen werden, und ein "Infopool" ähnlich wie die bewährte
"Drehscheibe" könnte entstehen. Dabei sollten Präventionsarbeit in verschiedenen Bereichen
permanent laufen und auf Erfolg hin kontrollierbar sein. Maßnahmen sollten schon so früh wie
möglich beginnen und die Bereiche Gesundheitsvorsorge wie das Thema 'Drogen' und
Kriminalprävention beinhalten. Eingeladen sind - neben Neuinteressenten - inbesondere alle
bisherigen Teilnehmer, da nur mit einer Stammgruppe weiterhin produktiv geplant werden kann.
Apr. 2002 - 1. Abschlusserklärung an den Gemeinderat
Aus dem Protokoll des Arbeitskreises KJVS vom 30.4.2002
Abschlußerklärung
Der AK 1 der lokalen Agenda Sandhausen bittet die Verwaltung dem Gemeinderat
folgende Ergebnisse mitzuteilen und sie bei seinen zukünftigen Entscheidungen zu
berücksichtigen.
1. Der Gemeinderat soll die Möglichkeiten einer Partizipation von Kindern und
Jugendlichen durch einen Jugendgemeinderat oder eine andere Form der
Mitbestimmung an den Entscheidungsprozessen der Gemeinde ermöglichen.
(Hierbei geht es z.B. um die Beteiligung von Kindern bei der Umgestaltung von
Spielplätzen, die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an Entscheidungen
Jugend - relevanter Themen.)
2. Der Gemeinderat soll die Möglichkeit einer Generationen - übergreifenden
"offenen Arbeit" in seine Planungen einfließen lassen und bei einem eventuellen
Neubau eines Alten- oder Jugendzentrums die Möglichkeit der gemeinsamen
Nutzung in Betracht ziehen.
(Hier könnten z.B. Jugendliche älteren Mitbürgern Kenntnisse am PC vermitteln
und ältere Mitbürger Jugendlichen bei Hausaufgaben, Bewerbungen helfen oder
spezielle handwerkliche Kenntnisse vermitteln. Mit Räumen, für Veranstaltungen
für beide Gruppen. Auch ein "Infopool" ähnlich wie die Drehscheibe könnte hier
entstehen.)
3. Der Gemeinderat soll Prävention in allen Bereichen fordern, ermöglichen und
fördern, (Präventionsarbeit in folgenden Bereichen sollten permanent laufen und auf
Erfolg hin kontrollierbar sein- diese Maßnahmen sollten schon so früh wie
möglich und in enger Zusammenarbeit mit allen Schulen, Kindergärten und der
offenen Jugendarbeit beginnen.)
Gesundheitsvorsorge (z. B. Drogen aller Art), Kriminalprävention (z. B. Gewalt),
Mediatorenschulungen, Selbstbehauptungskurse usw.
Der Arbeitskreis nimmt auch weiter gerne Anregungen aus der Bevölkerung auf.
Wir möchten die Verwaltung bitten, die Mitglieder zu der Sitzung des Gemeinderats
einzuladen, an dem das Protokoll besprochen wird. Ein nächstes Treffen findet nach
der Info an der Gemeinderat statt.
Juni 2002 - Lob auf der Gemeinderatssitzung
Vor etwa einem halben Jahr kristallisierten sich aus einer Vielzahl interessierter Bürger
zwei Arbeitskreise (AKs) zur Lokalen Agenda heraus. Der Arbeitskreis KJVS richtete nun nach
seinen etwa monatlichen Treffen an Bürgermeister Erich Bertsch eine erste Abschlusserklärung.
Der AK KJVS bat so die Verwaltung, dem Gemeinderat die 1. Abschlusserklärung mitzuteilen und
sie bei seinen zukünftigen Entscheidungen zu berücksichtigen (siehe Kursivtext oben).
"Sie haben relativ schnell gearbeitet. Damit habe ich gar nicht gerechnet", bewertete Bertsch
das rasche Ergebnis des Arbeitskreises KJVS. Zwar war Gemeinderat Georg Kletti (CDU)
verwundert über "lediglich" sieben Mitarbeiter, die den 1. Abschlussbericht verfassten. Die
Anwesenden aus dem Arbeitkreis KJVS jedoch bestätigten erfreulicher Weise insgesamt 14
Mitglieder. Gemeinderat Dr. Wolfgang Lößlein (CDU) wollte bestätigt wissen, dass derzeit das
Drogen-Präventionsprogramm 'Klasse 2000' an der Grundschule noch läuft. Hauptamtsleiter
Horst Schneider vermerkte hierzu, dies sei derzeit noch durch Geldmittel von drei externen
Sponsoren und der Gemeindeverwaltung möglich. Gemeinderat Dr. Heinz Bahnmüller (FDP)
lobte die Arbeit des AK ebenfalls und forderte: "Uns fehlen Hintergrundinformationen, die
Ausschusssitzungen des Gemeinderates müssen also mit Agenda 21-Mitgliedern statt finden."
Gemeindrat Werner Berger (SPD) dankte im Namen seiner Fraktion für die gute Vorlage des
AK. Seine Fraktion werde sich insbesondere mit der Sache 'Jugendgemeinderat' befassen.
Gemeinderat Armin Boßerhoff (Alternative Liste), der sich auch dankbar über die Vorlage
äußerte, nannte als möglichen Ort für eine Generationen übergreifende Einrichtung zeitweise
ungenutzte Räume im Kinderhaus 'Wirbelwind'. Der gesamte Gemeinderat stimmte nach den
Stellungnahmen der Fraktionen einstimmig dem Beschlussvorschlag des Hauptamtes zu.
Danach wurde der Arbeitskreis KJVS mit seinen Ergebnissen zur weiteren Beratung bereits in
die gemeinderätlichen Ausschüsse verwiesen.
Über 70 Kinder und Jugendliche zeigten bei der Jugendversammlung großes Interesse, sich politisch am Gemeindeleben zu beteiligen. (Foto: Mareno.net, KJVS)
Mai 2003 -
Sandhäuser Jugendversammlung
Die Jugend persönlich formulierte ihre Probleme
Sachlage
Vor einem Jahr überreichte der Arbeitskreis KJVS der Lokalen Agenda 21 dem
Gemeinderat die 1. Abschlusserklärung. Hier wurde unter anderem eine Möglichkeit für
Jugendliche gefordert, durch die diese an Entscheidungsprozessen des Gemeinderates und der
Gemeindeverwaltung teilnehmen können. Die Gemeindeverwaltung trug dem mit einer
Jugendversammlung im Restaurant der Festhalle Rechnung. Eingeladen wurden Schüler der
Sandhäuser Schulen und der Realschule Walldorf über die Schulverwaltungen. Erfreulich viele,
70 von 700 eingeladenen Schülern, kamen um ihrem Bürgermeister, dem Bauamt, der Polizei,
einem Vertreter der Sandhäuser Schulen sowie des Kinder- und Jugendzentrums und dem
Arbeitskreis KJVS Anliegen und Kritik vorzutragen. Nahmen an der Versammlung im Jahr
1995 noch 135 Teilnehmer, 1996 65 und 1998 nur noch 25 Sandhäuser Jugendliche teil, so kann
jetzt ein Anstieg festgestellt werden, der sich auch etwas auf die Anwesenheit von auswärts
wohnenden Schülern der Sonder-, Hauptwerkrealschule und des Gymnasiums zurück führen
lässt.
Was Bürgermeister Erich Bertsch bewegt
Bertsch sagte nach seiner Begrüßung, man habe die Wünsche und Anregungen der
Jugendlichen in Sandhausen immer ernst genommen. Das dokumentiert sichtlich die Tatsache,
dass Anträge aus früheren Jugendversammlungen bei der Arbeit der Verwaltung umgesetzt und
berücksichtigt wurden. Deutliche Worte fand Bertsch im Hinblick auf die Situation der
Jugendlichen in der heutigen Gesellschaft. Die Jugend habe es nicht leicht, und könne es - fast
- keinem Recht machen. Eine ziemlich große Anzahl von Jugendlichen irre reichlich
orientierungslos in der Gesellschaft herum, es sei aber gerade diese Gesellschaft, die ihrer
Jugend den Weg weisen müsse. Wer aber über die Jugend schimpfe, handle nicht nur töricht,
sondern übersehe auch die vielen positiven Beispiele unserer Jugend, die Mut machten,
Zuversicht geben und Hoffnung schöpfen lassen.
Dem Wunsch Bertschs, nach einer offenen Diskussion wurden alle Teilnehmer gerecht.
Positiv bestätigte sich für die Gemeindeverwaltung und den Agenda21-Arbeitskreis KJVS die
Hoffnung, dass die anwesende Jugend wirklich etwas bewegen möchte. Die Themen spannten
sich über mehr kommunale Sandhäuser Probleme auf Spielplätzen bis hin zu den
Busverbindung nach Leimen.
Defizite beim Schwimmunterricht in Sandhausen
Vertreter verschiedener Gemeindeinrichtungen waren ganz Ohr, als angesagt war, die Probleme der Sandhäuser Kinder und Jugend zu erfahren. V.l.n.r.: Polizeiposten-Leiter Sandhausen Sieghard Maier, Ortsbaumeister Michael Schirok, Hauptamtsleiter im Rathaus Horst Schneider, Bürgermeister Erich Bertsch, Jugendsozialarbeiter in Sandhausen und KJVS-Vertreter in Sandhausen Michael Schnopp, Oberstudiendirektor im Friedrich-Ebert-Gymnasium Horst Hofmann (Foto: Mareno.net, KJVS)
Nicht allen 5. und 6. Klassen des Gymnasiums würde Schwimmunterricht im
Lehrschwimmbad erteilt, beanstandeten Lisa Cholewa, Angelika Kirilim und Maria Salichhow aus der Unterstufe des Gymnasiums Sandhausen
unter kräftigem Beifall. Grund sei das zu kleine Lehrschwimmbecken. Bertsch erklärte, man
werde in Sandhausen aus finanziellen Gründen während seiner Amtszeit kein größeres
Schwimmbad bauen. Danach wandten sich die Schüler an ihren Schulleiter mit dem Wunsch,
dass die entsprechenden Schüler in den Hallenbädern der Nachbargemeinde Unterricht bekämen
und man bei der Schwimmhallenbelegung durch die Schulen in Sandhausen zumindest die
Sextaner bevorzugen solle.
Mangelhafte Skateboardbahn ("Halfpipe") und fehlende Rasenflächen in der Gemeinde
Den Zustand der Skateboard-Bahn beim Walter-Reinhard-Stadion bemängelte ein Schüler.
Diese solle vergrößert und der Belag renoviert wird. Außerdem seien dort die Basketballkörbe
kaputt. Ein weiteres Anliegen war die Sitzgelegenheiten und die Mülleimer bei den
Sportplätzen. Gleichzeitig wünsche er sich einen neuen Rasenbelag auf dem Spielplatz in der
Theodor-Heuss-Straße. Dies wären Dinge, so Bertsch, welche die Verwaltung berücksichtigen
werde.
Schulisches
Aus Nußloch, Leimen und Sandhausen kommende Schüler des
Friedrich-Ebert-Schulzentrums brachten bei der vergangenen Jugendversammlung unter
anderem Probleme aus
ihrem Schulalltag vor. Die Gemeindeverwaltung und der Initiator der Versammung, der
Agenda-Arbeitskreis KJVS nahm mit großem Interesse die Kritik und Anregungen auf. Der
Wunsch nach einem Arbeitsraum während der Freistunden im Gymnasium wurde geäußert. Der
ins Gespräch innenliegende, fensterlose und schlecht klimatisierte Schülermitverwaltungs-
(SMV-) Raum sei dafür nicht gut geeignet, die Aula biete die nötige Ruhe nicht, stimmte auch
Oberstudiendirektor Horst Hofnann, Leiter des Gymnasiums dem vortragenden Schüler zu. Alle
Generationen in der Schule befürworten einen Arbeit- beziehungsweise Ruheraum. Das gelte
vor allem im Hinblick auf die Einführung des 8-jährigen Gymnasiums und dem damit
verbundenen verstärkten Nachmittagsunterricht. Eigentlich maßgebendes Problem sei jedoch,
so Hofmann, die notwendige Aufsicht gewährleisten zu können. Als mögliche Lösung kam die
Anregung, in der Bibliothek Tische aufzustellen, woraufhin Bürgermeister Bertsch den
geplanten Bibliothekserweiterungsbau ansprach. Ein separater Versammlungsraum sei dort
vorgesehen, der laut Ortsbaumeister Michael Schirok durch Trennwände auch in kleinere
Räume geteilt werden könne. Der Raum biete so Platz für 150 bis 200 Personen und es sei auch
ein Wunsch der Schule gewesen, neben der Aula einen weiteren Raum für Veranstaltungen
nutzen zu können.
Die Gestaltung des Schulhofes im Friedrich-Ebert-Schulzentrum lag den Schülern am Herzen.
Bei den Tischtennisplatten fehlten die Netze, es gebe keine Sitzmöglichkeiten und der ganze
Schulhof präsentiere sich in nicht gerade ansprechendem Zustand, monierten Schüler. Das
Thema Schulhofgestaltung habe die SMV bereits vor sechs Jahren aufgegriffen, erinnerte Horst
Hofmann. Aber durch den zwischenzeitlichen Anbau am Gymnasium seien die damals
entwickelten Pläne auf Eis gelegt worden. Sie lägen jedoch immer noch bei der Gemeinde vor
und könnten jederzeit reaktiviert werden. Hofmanns weiterer Vorschlag ging dahin, dass sich
die SMV diesem Thema annehmen solle.
Der Traum vom Fetenplatz
In der vergangenen Jugendversammlung der Sandhäuser Schüler zu der der Agenda
21-Arbeitskreis KJVS angeregt und die Gemeindeverwaltung eingeladen hatte, ging es
schwerpunktmäßig um die Schaffung einer öffentlichen Freizeitanlage für Jugendliche.
Hintergrund dieses seit mindestens 1995 immer wieder ins Licht der Öffentlichkeit
gerückten Wunsches sind Argumente, wie sie auch jetzt aufgefrischt auf den Tisch gelegt
wurden. Der erste Schüler, der an das Mikrofon trat, ging auf den Jugendtreff "UP date" ein,
dessen Gestaltung seiner Meinung nach nicht aktuell sei und der im Vergleich mit anderen
Jugendtreffs in Nachbargemeinden schlecht abschneide. Er bemängelte die "Kelleratmosphäre",
die gerade beim sommerlichen Wetter nicht zu einem Besuch einlade. Es fehle in Sandhausen
an einem Platz, an dem die Jugendlichen sich treffen könnten und der auch die Möglichkeit
biete, Partys
zu feiern, brachte er es auf den Punkt. Ein Wunsch, der auch bei Bürgermeister Bertsch auf
offene Ohren stieß; es bestünden momentan Überlegungen, einen solchen Fetenplatz am Rande
der neuen Hopfendemonstrationsanlage einzurichten, ein Vorhaben, stellte Bertsch klar, das
jedoch im Gemeinderat nicht ungeteilte Zustimmung fmde, da man Probleme wegen eventueller
Lärmbelästigung mit den ebenfalls dort ansässigen Kleingärtnern befürchte. Sein Vorschlag
laute deshalb, ein Gelände beim Parkplatz des Walter-Reinhard-Stadions für die Jugendlichen
zur Verfügung zu stellen. Dieses Areal sei weit genug von der Wohnbebauung entfernt, und
auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Das seit Beginn der
Fetenplatz-Diskussion immer wieder genannte "Alte Wasserwerk" scheide nach wie vor als
Jugendtreff
aus, da es weiterhin als Wasserreservoir für eine Notversorgung dienen müsse. Für Kinder bis
12 Jahre gebe es zahlreiche Spielplätze, hieß es bezüglich der Frage nach Freizeitgelände für
Kinder. Auch für die Senioren werde viel getan, so ein Schüler. Für die Jugendlichen bestünden
dagegen nur wenige Alternativen, was dazu führe, dass viele seiner Alterskameraden in Lokalen
ihre Freizeit verbringen. Es gebe derzeit in Sandhausen drei,In-Treffs", zwei davon seien
Kneipen, einer der Rathausvorplatz. Die Treffs auf dem Rathausvorplatz führten inzwischen
dazu, dass sich viele gegen Abend nicht mehr trauen würden, dort vorbeizugehen. Eine
Sichtweise, die der Postenführer der Polizei Sandhausen, Sieghard Maier, nicht teilen wollte.
Die Polizei versuche dort, so Maier, im Rahmen ihrer Möglichkeiten Kontrollen durchzuführen,
so dass dort kein Freiraum für kriminelle Aktivitäten entstehe. Nach einer Ortsbegehung werde
der Gemeinderat in nächster Zeit die Entscheidung darüber, wo genau der Fetenplatz hinkomme,
treffen. Der Jugendsozialarbeiter Michael Schnoop, Leiter des Kinder- und Jugendzentrums
sowie Sprecher des Agenda21-Arbeitskreises KJVS lud die Jugendlichen an dieser Stelle zum
Besuch des Festhallenkellers ein. Denn der Jugendtreff habe in der Vergangenheit einige
Veränderungen erfahren und es liege auch an den Besuchern selbst, sich hier zu engagieren.
Sandhäuser Jugendversammlung auch in Zukunft
Bürgermeister Erich Bertsch fragte die Jugendlichen abschließend, ob der Wunsch bestehe,
solche Jugendversammlungen öfter durchzuführen, was einstimmig positive Resonanz fand.
Einig waren sich die Schüler auch, auf den späten Nachmittag auszuweichen. Durch den
Vormittagstermin der aktuellen Veranstaltung sei vielen gerade auswärtigen und damit sogar
nicht-benachrichtigten Schülern der Besuch nicht möglich gewesen. Alle Jugendlichen
Sandhäuser würden dann per Brief für Ende September eingeladen. so Bertsch. Er sicherte die
Weiterleitung aller formulierten Wünsche der Jugendlichen an den Gemeinderat zu.
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