Erste 10 Euro-Sondermünzen 2003
Am 10. April und 8. Mai war der Erstausgabetag für die ersten zwei neuen 10-Euro-Sondermünzen im Jahr 2003.

(Foto oben 1. und 2. von links):
Ausgabe 2003 10. April , Gedenkmünze "100 Jahre Deutsches Museum München", Nennwert von 10 Euro
Auflage: 2.400 000 Stück, davon 350.000 Stück in Spiegelglanzausführung. Prägung: Bayerisches Hauptmünzamt in München. Legierung von 925 Tausendteilen Silber und 75 Tausendteilen Kupfer, Durchmesser von 32,5 Millimeter, Masse 18 Gramm. Gepräge beiden Seiten erhaben, glatter Randstab, Bildseite kombiniert in experimentell wirkender Gestaltung markante architektonische und inhaltliche Elemente des Deutschen Museums mit dem Profil seines Gründers, Oskar von Miller. Die Aufschrift "100 JAHRE DEUTSCHES MUSEUM MÜNCHEN" in schräger vertikaler Anordnung gliedert das Münzmotiv in
zwei Teile. Die Wertseite trägt einen Adler, zwölf Sterne, den Nennwert "10 EURO", die
Aufschrift "BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND", die Jahreszahl 2003
und das Münzzeichen "D" des Bayerischen Hauptmünzamtes, München. Der glatte Münzrand enthält in vertiefter Prägung die Inschrift: "SAMMELN -AUSSTELLEN - FORSCHEN - BILDEN". Der Entwurf der Münze stammt von Victor Huster, Baden-Baden.
(Foto oben 1. und 2. von rechts):
Ausgabe 8. Mai 2003 Gedenkmünze "200. Geburtstag des Chemikers Justus von Liebig", Nennwert 10 Euro, Auflage 2.400.000 Stück, davon 350.000 Stück in Spiegelglanzausführung. Prägung: Hamburgische Münze, Legierung von 925 Tausendteilen Silber und 75 Tausendteilen Kupfer, Durchmesser 32,5 Millimetern, Masse 18 Gramm. Gepräge auf beiden Seiten erhaben und von einem glatten Randstab umgeben. Die Bildseite kombiniert in besonders gelungener Weise ein einprägsames Portrait Liebigs mit den Symbolen seiner wichtigsten Leistungen. Die Ähren stehen für Liebig als Begründer der Agrikulturchemie, das Laboratoriumsgebäude symbolisiert das durch ihn eingeführte Lernen
durch Forschung und der Ausschnitt aus dem Periodensystem der Elemente würdigt Liebigs revolutionären Beitrag zur Analytik organischer Stoffe.
Die Wertseite harmoniert in ihrer Klarheit und Prägnanz mit der klar strukturierten
Bildseite. Wertziffer, Adler, Jahreszahl, Münzzeichen ("J") und der Schriftzug "Bundesrepublik Deutschland" bilden eine ausgewogene Komposition, die durch die zwölf Europasteme ergänzt wird. Der glatte Münzrand enthält in vertiefter Prägung die Inschrift: "FORSCHEN - LEHREN - ANWENDEN". Der Entwurf der Münze stammt von Bodo Broschat, Berlin.
Quelle: Bundesgesetzblatt (2003, Teil I, Nr. 8, 27. 2.2003 sowie Nr. 11, 27.3 2003.)
Briefmarkenfreunde Rhein-Neckar
1. öffentlicher Euro-Münzentauschtag
Die Jungen Briefmarkenfreunde Sandhausen veranstalteten am 17. Mai im Rahmen ihrer Gruppenstunde ihren ersten Münzentauschtag für Euro-Sammler. Der hatte übrigens trotz sehr geringer Öffentlichkeitsarbeit - einzig 5 DIN-A4-Plakate in Sandhausen sonst nichts - mit erstaunlich großem Erfolg recht gut eingeschlagen. Aus Kirchheim kamen da sogar Gäste bei insgesamt über 14 Interessenten. Vor allem Kinder fanden den Weg, obwohl gleichwertig auch Erwachsene Sammler zum Tauschtag eigeladen waren. In vier bis sechs Wochen soll entsprechend den Wünschen einiger Gäste wieder ein Euro-Tauschtag veranstaltet werden. Der Grund für die Wartezeit: es müssen zunächst erst wieder (ausländische) Euros angesammelt werden, um tauschen zu können. Denn am Donnerstag vor einer Woche wurde erschöpfend getauscht. In den nächsten Gruppenstunden kann es gut sein, dass jeder Anwesende Neuinteressierte Sammler, jeder, der der Gruppe neu beitritt eine Auslands-Euro(Cent) Münze geschenkt bekommt. Die Gruppenleiter Yoska Meinokat und Thomas Hartmann sind diesbezüglich spezieller hoffnungsweisender Quellen auf der Spur.
Numismatik
Was Euro-Münzen wert sind
Sehr viele mehr Münzensammler als noch vor 5 Jahren gibt es derzeit. Das war auch beim vergangenen 2. Euro-Münzen-Tauschtag der Jungen Briefmarkenfreunde Sandhausen zu spüren. Überraschend viele Erwachsene und Kinder fanden sich im Vereinshaus ein, um zu fairen Bedingungen auf Jagd nach Euro-Münzen zu gehen. Alle Länder, alle Wertstufen, alle Jahreszahlen wurden gesucht. Die Renner waren Irische und Finnische Münzen, wie sie inzwischen für die Besucher des nächsten Tauschtages von unserer Gruppe gesichert sind. Für das Starter-Kit des Vatikans im Nennwert von 3,88 Euro ist es allerdings überhaupt für fast alle Sammler zu spät. Dafür werden bereits über 1500 Euro verlangt, Tendenz steigend. Wer jedoch generell auf eine Wertsteigerung hofft, sei frühzeitig gewarnt. Der Berufsverband des Deutschen Münzfachhandels sagt, Sammler können offenbar immer noch nicht genug bekommen. Die Branche boomt. Selbst diverse TV-Angebote von Werbesendern scheinen zu ziehen, obwohl auch hier der Vergleich mit Angeboten von Münzgeschäften lohnt. Im Zweifelsfall wird bei den jungen Sammlern ohnehin Euro gegen Euro getauscht. Auf diese Weise kann bei gängigen Kursmünzen eh kein "Wertverlust" eintreten.
Preisschwankungen
Die Preise für die gängigen Münzen der zwölf Euro-Länder schwanken beträchtlich. Für die 96 verschiedenen Münzbildprägungen im Nennwert von 46,56 Euro werden etwa zwischen 100 und 250 Euro verlangt. Befördert wird der Boom von Versprechungen auf Wertsteigerungen. Ein Unternehmen bietet in großen Anzeigen "auserwählten" Kunden angeblich seltene Münzsätze aus Finnland oder Griechenland mit einer "Vorzugsgutschrift" für 9,95 statt 19,95 Euro an. Selten sind die Münzen aber ganz und gar nicht. Dazu reicht ein kurzer Blick auf die Internet-Auktionen. Angepriesen wird vom Handel auch schon fleißig die erste deutsche...
Zehn-Euro-Gedenkmünze
Ihr Wertsteigerungspotenzial sei auf Jahre gewaltig, heißt es hi und da. Dabei wird auf die erste Fünf-Mark-Gedenkmünze Germanisches Museum von 1952 verwiesen, die heute mit über 1000 Euro gehandelt wird. Hier werden die Kunden für dumm verkauft. Schließlich wurden von der Fünf-Mark-Münze lediglich 200.000 Exemplare geprägt - von der Euro-Gedenkmünze aber zwei Millionen Stück.
Zwergstaaten
Die besonders begehrten Kursmünzensätze aus europäischen Zwergstaaten wurden ausschließlich für Sammler geprägt. So werden für den aktuellen Satz aus San Marino im Nennwert von 3,88 Euro derzeit rund 280 Euro verlangt und für den 2001-er Satz aus Monaco werden rund 500 Euro fällig. Angetan hat es den Sammlern die geringe Auflage, die in der Regel zwischen 10.000 und 30.000 Stück liegt. Mit der Zeit kehren jedoch die Preise wieder auf den Boden zurück. Da sind sich schon viele langjährig erfahrene Numismatiker sicher. Es gibt Versandhändler, die weigern sich, unerwünschte Münzen zurück zu nehmen. Beim Münzhändler vor Ort verwiesen stellt sich heraus, dass ihre angeblichen Schätze nur einen Bruchteil des Kaufpreises wert sind.
Gefährliche "Starterskits"
Eine weitere unangenehme Überraschung schlummert in den Plastiktütchen der "Starterkits" Chemische Zusätze sorgen dafür, dass die Münzen sich mit der Zeit verfärben. Das Schicksal der Telefonkarten-Sammler droht vermutlich vielen Münzensammlern. Der Telefonkartenmarkt ist weitgehend zusammengebrochen. "Das Geschäft ist futsch - Es lebe die Liebhaberei!"
Thomas Hartmann
Unser nächster Euro-Tauschtag wird wieder öffentlich bzw. auch auf diesen Internet-Seiten der Gruppenzeitung 'Phinuminal' bekannt gegeben.
