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So stellt man richtig aus

Landesring Süd-West e. V. (Jugendverband) gibt beste Tipps aus dem Seminar in Ludwigsburg am 16. und 17. November 2002

Auch dieBriefmarkenfreunde Rhein-Neckar bzw. Junge Sammler Sandhausen-Weingarten (JSS) aus dem Landesring Süd-West e. V. (Jugendverband) waren am 16. und 17. November 2002 in der Jugendherberge der Barockstadt Ludwigsburg.

Foto: Schon bei der Ankunft am Bahnhof ba-rockte es kräftig.
.

Die Sammlerfreunde wollten in einem Einführungsseminar die Gründzüge einer Ausstellungsammlung kennen lernen, um erfolgreiche Aussteller zu werden. Aufgrund des Erfolges hat der Landesring Süd-West e. V. (Jugendverband) inzwischen einen Termin für ein Fortsetzungsseminar ins Auge gefasst.

Foto: Die Seminar-Teilnehmer und zahlreiche Ergebnissse aus dem Mini-Wettbewerb

Der Referent 'Adolf Keppler'

Kein geringerer als Preisrichter Adolf Kepler (Gruppenfoto oben, 2. v. r.) vermittelte das 'Wissen aus erster Hand'. Er ist altgedientester Preisrichter vom Landesring Süd-West e. V. (Jugendverband), Sammler von Tschechoslowakei, Amateuerfunker und hat daher jede Menge philatelistische Schätze aus aller Herren Länder gesammelt und schätzen gelernt. 173 Länder hat er auch aus beruflichen Gründen bereist und ist in dieser Hinsicht in seiner Lebenserfahrung nicht nur philatelistisch sehr bewandert. Mit der Erkenntnis, dass die Zukunft immer in den Händen Kinder und Jugend liegen wird, steht er seit Jahren hoch motiviert allen jungen Sammlern in unserem Landesring Süd-West e. V. (Jugendverband) stets mit Rat und Tat zur Seite.

Spaß und Wissen als Früchte einer Ausstellungssammlung

Festgehalten wurde zunächst, dass sich mit dem Aufbau einer ausstellungsreifen Briefmarkensammlung krativ und mit Spaß das eigene Wissen erweitern lässt.

Die Motivsammlung

Was ist eine Motivsammlung

..eine Sammlung, die sich nicht nach Katalog richtet, aber nach einem bestimmten Thema Ein anderes Wort für ‘Motiv' ist ‘Thema' oder ‘Vorbild'. Eine Motivsammlung aufzubauen ist nur eine Möglichkeit, eine Ausstellungsammlung zusammen zu bekommen. Man kann neben Motivsammlungen wie ‘Autos auf Briefmarken', ‘Alles zum Thema Deutsche Landschaften' oder ‘Wildpferde' auch anders sammeln. Beispielsweise ‘Österreichs Briefarken im Jahr 1995', ‘Englische Feldpost im zweiten Weltkrieg', ‘Chinesische Dauerserien' sind als rein philatelistische Sammlungen möglich. Da aber unter den jungen Sammlern mit großer Vorliebe nach Motiven Ausschau gehalten wird, wurde auch eher über Fragen zur ‘Motivsammlung' gesprochen. Dazu Fragen und Antworten aus dem Seminar:

Worauf achte ich beim Aussuchen des Titels (=Überschrift)?

Der Titel muss zu allem passen. Also zu allen Marken beziehungsweise auch Belegen anderer Art. Die Ausstelllung ist daher keine 'Spielwiese!'

Wie wichtig sind die Texte, die Beschreibungen zu den Belegen?

Eine Ausstellungssammlung ist noch lange nicht nur ein Bilderbuch mit Briefmarken. Das Wissen über das Motiv ist das Wichtigste bei der Motivsammlung.

Welche Marken und Belege sind Wichtig - was muss ich da wissen?

Welches Land hat welche Ausgaben zum Sammelgebiet - das sollte man sich fragen.
Auch Wissen über verwandte Motive ist wichtig, also gilt: Nach allen Seiten abklopfen!
Immer vollständig wird die Sammlung zum Thema: ‘Interessantes aus meinem Papierkorb'. :-)

Was kann ich in meiner Sammung verwenden?

... stand als ganz wichtige Frage im Raum.
Kurz-Antwort: philatelistische Belege. Das heißt ausführlicher gesagt:
Dazu gehören Ganzsachen (Markenbild bzw 'Wertstempel' in Briefkuvert oder Postkarte eingedruckt) und Ganzstücke (ursprünglich lose Marke ist aufgeklebt).
Möglichst nicht sollten Ersttagsbriefe (FDC) oder Ersttagsblätter (ETB) dazu. Maximal eine pro Art.
Weiter gehören zu Belegen: - Stempel - Firmenpost (Freistempler) - Automatenmarken - Postkarten, wenn sie eine Ganzsache sind. Hier darf Bild der Postkarte gezeigt werden, wenn die Vorderseite (als Kopie versetzt dahinter gesetz) ebenfalls gezeigt wird. - Probedrucke - Banderolen und Bliesterdeckel können und dürfen dabei sein.


Allerdings, so Kepler: Beim Sammeln im stillen Kämmerlein gelten natürlich weiterhin eigene Regeln. Bei der Ausstellungssammung jedoch sollte man sich mit den vorgegebenen Regeln anfreunden, um erfolgreich mitmachen zu können.

Was für Blätter darf ich nehmen

...Blätter DIN A4, wie von Landesring Süd-West e. V. (Jugendverband) zu bestellen, mit Rahmen. Gibt es in Weiß und grau - Die ergeben 4 x 3 Blätter pro Rahmen. Muss aber nicht sein.
Auch Album-Format geht (besser, wenn breite Belege rein sollen). Dann sind es 3 x 3 Blätter, die einen Ausstellungsrahmen ausfüllen.
Andere Größen bedingt denkbar. Hier gabs mal ein allgemeines Lob zur Blattgestaltung: 'Jugendaussteller sind viel besser - Senioren sind einfallsloser'.

Das Titelblatt (erstes Blatt im Rahmen)

Briefmarken nicht auf dem Titelblatt verschenken. Hier eventuell philatelistisches Beiwerk zeigen.

Die Überschrift

Eigängig erklärte Kepler was bei der Suche der Überschrift zu beachten ist.
Titel nicht zu banal. Aus 'Lokomotiven' wird beispielsweise 'Kraftprotzer auf der Schiene'.
Tipp: prägnanter Titel + Untertitel. Das hat sich gut eingebürgert.

Auf Blatt 2 heißt es als Überschrift 'Gliederung' und nicht 'Inhaltsverzeichnis'
Gliederung ist sachlich oder zeitlich möglich.
Die Untergliederung sollte nur eine Art 'Gerippe' sein und nicht alle Unterpunkte enthalten.
Der Punkt 'Verschiedenes' ist ein Zeichen von Hilflosigkeit aber keine Kategorie für eine Ausstellungssammlung.
In einer logischen Gleiderung gilt es, keine zugehörige Kategorie auszulassen. (wer also 'Katzen' als Titel hat, bei dem dürfen die schweren Großkatzen neben den kleinen schnuckeligen Hauskatzen nicht fehlen)

Seminar-Gruppe auf bestem Wege



Vieles Brauchbare mehr an Tipps konnten die Teilnehmer bezüglich der Ausstellungsrichtlinien der Deutschen Philatelisten-Jugend (DPhJ) erfahren. Da schlummerten offensichtlich einige wissendurstige Köpfe im Landesring Süd-West e. V. (Jugendverband). Denn beim abschließenden Wettbewerb taten sich aus dem Stehgreif überraschend gute Mini-Exponate auf.

Mini-Wettbewerb mit erstaunlichen Ergebnissen

Die Aufgabe lautete für jeden Einzelnen, zwei Ausstellungssblätter mit spannender Überschrift, ganzen 'erzählenden' Briefen, Einzelmarken und originellen aussagekräftigen Texten zu schmücken. Dannach musste jeder der 20 Seminar-Teilnehmer unter all diesen Klein-Exponaten (Foto oben auf dieser Seite; vor der Seminar-Gruppe) seine drei Favoriten wählen. Mit humorvollen Überschriften, sogar sehr besinnlichen Themen um Weihnachten und frisch erworbener Fachkenntnis über Briefmarkenausstellungen taten sich mit schönen Preisen bedachte Sieger hervor. Punktelos blieb keiner. Damit war klar, das wohl bei allen bisherigen 'Noch-nicht-Ausstellern' der Funke übergesprungen war.

Auch das Begleitprogramm war super

Aber selbst ohne die Preise waren die zwei Tage Ludwigsburg ein willkommenes Erlebnis. Für einige war es eine willkommene Tatsache, auch einmal wieder altbekannte Gesichter aus befreundeten Gruppen zu sehen und so beispeilsweise den Spieleabend mit demSpiel 'Collector' auszukosten. Selbst als Zuschauer - wie Fenja, hinten im Bild - war mancher vom Spiel fasziniert. Auch die Fortführung der scheinbar 'unendlichen Tischfußballmeisterschaft' aus dem Treffen des Landesring Süd-West e. V. (Jugendverband) in Konstanz 2002 ließ das Treffen in der Jugendherberge für viele unvergesslich werden. Iris, Simona, Sammler aus Speyer und andere ließen hier die Abende lange werden (Fotos unten).



Und jetzt los geht's - einfach mal mit zwei drei Blättern anfangen - der Rest wird schneller fertig als Ihr glaubt!

Euer Thomas Hartmann

Nicht Mitglieder! - Lust bekommen ???

Um auf einfachem Wege selbst im eigenen Wohnort, regional, national oder mit Erfolg sogar international ausstellen zu können, bedarf es eines kleinen Tricks. Wer aus Baden-Württemberg oder der Pfalz kommt, wird am besten Mitglied in einer der örtlichen Gruppen oder der Überörtliche Gruppe im Landesring Süd-West e. V. (Jugendverband) und erfährt alles weitere von seinem Gruppenleiter. Alle anderen Möchtegerne-Aussteller und Sammler in Deutschland können sich an die Deutsche Philatelisten-Jugend e. V. (DPhJ) wenden.

2004: Am 13. und 14. November findet das nächste Seminar statt für Aussteller und die es werden wollen. Mehr zur Anmeldung über die Seite des Landesring Süd-West e. V. (Jugendverband).